Aktualisierung am 8.10.2024:
Die Lage im Markt für Alttextilien verschlechtert sich weiter. Der EUWID berichtet am 2.10.2024: "Markt für Alttextilien zwischen „desolat“ und „Katastrophe“.
So nach und nach gehen den Akteuren am Altkleidermarkt die Vokabeln aus, um die überaus angespannte Lage auf dem Markt zu beschreiben: „Desolat“, „Katastrophe“, „verdammt schwere Zeit“, „jeden Tag neue Probleme“, „mein schlimmstes Jahr“ – um nur einige und nur das Druckreife zu nennen. Er habe „viele Höhen und Tiefen erlebt, aber so eine Lage wie jetzt nicht einmal ansatzweise“, äußerte sich etwa ein Marktkenner, der seit gut 40 Jahren im Geschäft ist. Sammlungen stünden zur Disposition, Container würden an schlechten Standorten, inzwischen zunehmend aber auch in der Fläche, abgezogen oder zugesperrt, kommunale Ausschreibungen blieben ohne Gebot. Durch die Absatzkrise samt Preisverfall ist die Liquidität der gesamten Branche angespannt und „stark geschrumpft“. Man müsse, um überhaupt noch sortierte Ware abzusetzen, mehr ins Risiko gehen, geringere Verkaufspreise und gleichzeitig längere Zahlungsfristen akzeptieren.
Link zum Artikel im EUWID Recycling und Entsorgung
EUWID berichtet am 29.5.2024 über die Diskussion zur Perspektive der Verwertung von Alttextilien auf der IFAT Munich 2024: Verwertung von Alttextilien: „Selbstfinanzierte Systeme können nicht länger bestehen"
Das zunehmende Abfallaufkommen im Textilsektor mit 5,8 Mio Jahrestonnen in der EU bei einer globalen Recyclingquote von nur einem Prozent ist eine komplexe Herausforderung. Aktuell fehlen nicht nur ausgereiften Recyclingtechnologien, sondern auch wirtschaftlich tragfähige Strukturen für die beteiligten Akteure. Das hätten zuletzt auch die Nachrichten über die kurz vorm Zusammenbruch stehende Textilsortierbranche in den Niederlanden oder die Insolvenz des Faser-Recyclers Renewcell gezeigt, betonte Claudia Mensi in einer Rede bei der IFAT. Damit eröffnete die Präsidentin des europäischen Dachverbands der Entsorgungswirtschaft FEAD eine Panel-Diskussion des BDE mit Vertretern aus Produktion, von Recyclingunternehmen und der EU-Kommission über akute Problemstellungen und Bemühungen der europäischen Gesetzgebung um Ökodesignverordnung und Herstellerverantwortung (EPR) im Textilbereich.

