EUWID: Altkunststoffe: Markt bleibt ohne Impulse
Die Kunststoffrecycler bereiten sich auf das Jahresende vor, ohne in den kommenden Wochen noch wesentliche Impulse zu erwarten. Marktbeobachter berichten von einer anhaltenden Nachfrageschwäche, die Verarbeiter veranlassen dürfte, ihre Bestände aus bilanziellen Gründen vor Weihnachten zu reduzieren. Ein Teil der Recycler plant, die Produktion bereits am 13. oder am 20. Dezember herunterzufahren und erst am 6. Januar wieder aufzunehmen. Branchenvertreter gehen davon aus, dass Bestellungen für dieses Jahr maximal bis Mitte November eingehen und der Markt bis zum Jahresende ruhig bleiben wird.
Im Oktober führte die schwache Nachfrage zu stabilen Preisen mit seitlicher Bewegung. Gelegentlich wurden Sonderrabatte für größere Abnahmemengen angeboten, während hochwertige Regranulate meist preisstabil blieben und buntere Typen Preisnachlässe erfuhren. Recycler äußern sich skeptisch über die Zukunft, da die Konjunkturaussichten trüb bleiben. Zwar zeigte die Ifo-Konjunkturumfrage für den Bereich „Kunststoffe und Gummiwaren“ im Oktober eine leichte Verbesserung der Indexwerte von -21,3 Prozent im September auf -10,2 Prozent, jedoch sank die Kapazitätsauslastung von 70,7 Prozent im Juli auf 69,5 Prozent im Oktober. Die eigenen Geschäftserwartungen fielen im Oktober sogar weiter, von -35,3 Prozent im September auf -36,0 Prozent. Einige Recycler rechnen damit, dass Wettbewerber aufgrund fortdauernder Verluste im neuen Jahr die Geschäfte einstellen werden. Der Branchenverband Plastics Recycler Europe warnte kürzlich erneut vor der existenzbedrohenden Lage der Branche und fordert politische Maßnahmen. Die Recycler stehen nicht nur der Rezession gegenüber, sondern kämpfen auch mit unkontrollierten Importen, die den EU-Anforderungen nicht entsprechen.
Quelle: EUWID Recycling und Entsorgung

